Was bedeutet „Trauma“

Der Begriff Trauma kommt aus dem griechischen und bedeutet so viel wie „Wunde“. Für uns lässt sich das am besten als seelische Verletzung übersetzen.

Im Leben kann nicht alles kontrolliert werden. Manche Ereignisse geschehen, die das eigene Leben bis in die tiefsten Schichten erschüttern.

 


Was geschieht bei einem traumatischen Erlebnis

 

Wenn eine Situation komplett ausser Kontrolle gerät und die psychischen Schutzmechanismen nicht mehr greifen, setzt sich dieses Ereignis als Traumatisierung fest. Folglich wird unser angeborenes Stressumgangssystem überfordert.

 

Das Trauma ist neben der seelischen Erschütterung als neurologische Reaktion erklärbar.

Im Moment der Entstehung eines Traumas ist unser Gehirn nicht mehr in der Lage Schutz gerecht zu reagieren, und hinterlässt ein sogenanntes posttraumatisches Belastungssyndrom. Da unser Gehirn mit der Reizüberflutung nicht in die angemessene Verarbeitung gehen kann. Aus diesem Grund wird die Erfahrung nicht wie gewohnt in unserem «normalen» Erlebnisschatz eingeordnet bzw. integriert. Da unser Organismus in diesem Moment auf einem erhöhtem Stressniveau «stecken» bleibt, kommt es nach solchen Erlebnissen zu bestimmten körperlichen und psychisch-emotionalen Reaktionen. Daraus entwickeln sich typische Folgebeschwerden.


 

Welche Spuren hinterlässt ein Trauma

Solche Erfahrungen hinterlassen ihre Spuren. Es spielt keine Rolle, wie stark die Belastbarkeit der betreffenden Person ist. In einer Krisensituation dieses extremen Ausmasses haben wir schlicht keine Kontrolle mehr über unser Handeln.

 

Nicht jeder Mensch reagiert auf die gleiche Situation mit derselben Reaktion. Was für den Einen zutiefst erschütternd ist, ist für jemand Anderen nicht so schockierend. Es ist immer individuell, und Betroffene sollten sich nicht in Vergleich setzen.

Wenn man in ein solches Stresserlebnis gerät, ist dies kein Zeichen von Schwäche. Vielmehr ist es ein Zeichen dafür, dass das Gehirn bemüht ist, eine Lösung zu finden, um das Erlebte zu verarbeiten. Es ist eine vollkommen normale Reaktion auf eine tiefgreifende, belastende Erfahrung.

Auch die sogenannte Schockstarre, oder wie man es oft von Tieren kennt, das «tot stellen», ist eine Reaktion des Gehirns. Dabei kommt es in diesem Moment zu einer Art Abspaltung der Sinneswahrnehmung. Durch diese Abspaltung der Sinne kann unser Gehirn nicht wie üblich ein Erlebnis mit – Anfang, Mittelteil und Ende zusammenfassen und abspeichern. Diese Fragmente der Erinnerungen werden wie eine zerrissene Filmspule abgelegt, und es entsteht sozusagen ein nicht lückenloser Film.

Was ist ein „Trigger“

 

Ein Trigger ist ein Auslösereiz von Aussen. Durch diesen Reiz werden die traumatischen Inhalte wieder aktiviert und die Situation wird aufs Neue erlebt. Gefühle, körperlichen Reaktionen und bestimmte Bilder kehren augenblicklich zurück. Meist kann man diese Reaktionen nur schwer kontrollieren. Sätze wie «Die Zeit heilt alle Wunden» trifft auf die Symptomatik der posttraumatischen Belastungsstörung nicht zu. Was auch durch die moderne Trauma-Forschung bestätigt wird.

Jeder Mensch besitzt in unterschiedlichem Masse Fähigkeiten für die Selbstheilung. Leider kommt es immer wieder vor, dass das nicht ausreicht, und die unbehandelten Traumata rufen ihre körperlichen und psychischen Symptome immer wieder ab. Dies führt zu Verhaltensauffälligkeiten und/oder Störungen innerhalb persönlicher Beziehungen und schränkt damit die Lebensqualität erheblich ein.


 

Ereignisse, die ein Trauma auslösen können:

  • Naturkatastrophen,

  • Verkehrsunfälle,

  • schwere Operationen,

  • plötzliche lebensbedrohliche Erkrankungen,

  • der Verlust eines geliebten Menschen,

  • Überfälle,

  • Kriegserfahrungen

  • Vernachlässigung,

  • emotionale/sprachliche Abwertungen,

  • körperliche Gewalt,

  • sexuelle Misshandlungen („sexueller Missbrauch“)


    solche Ereignisse sind für fast jeden Klienten traumatisierend, und führen unbehandelt zu diversen Symptomen.


 

Traumafolgestörung und ihre Symptomatik

 

Es sind unterschiedliche Formen von

  • Ängsten,

  • Depressionen,

  • Suchterkrankungen etc.

und/oder psychosomatische Formen,

  • hoher Blutdruck,

  • Herz-Rhythmus-Störungen

  • chronische Schmerzen u. a.

 

Werden diese Störungen aufgrund eines Traumas erkannt, kann die Behandlung viel gezielter angegangen werden.


 

Dauer und Art der Behandlung

 

Die Länge und Art der Behandlung richtet sich nach Dauer und Schwere der Symptomatik und der erlebten Extremsituation aus.


Nach ausführlichen Gesprächen und Erklärungen der theoretischen und praktischen Konzepte der modernen Traumatherapie kommt es zu einer mehr oder weniger langen Stabilisierungsphase. Während dieser Phase lernt man die vielfältigen Reaktionen des eigenen Körpers, der Gedanken und den Gefühlen auf allen Ebenen wahrzunehmen, zu erkennen, einzuordnen und zu steuern.


 

Trauma-Arbeit und ihr Ablauf

 

Mittels diversen Techniken lernt der Betroffene mit

  • Flashbacks,

  • Ängsten,

  • Alpträumen,

  • Selbstverletzungen und

  • suizidalen Impulsen umzugehen.

 

 

Speziell hierfür entwickelte Techniken dienen der Beruhigung, Regulierung und der Stärkung des Selbst. Nach der Ressourcen- und Stabilisierungsphase tritt man in die Konfrontationsphase hinüber.


 

Die Konfrontationsphase

 

In der Konfrontationsphase wird strukturiert und schonend das belastende Ereignis be- und verarbeitet. Dazu stehen spezielle Methoden zur Verfügung welche ich ihnen innerhalb eines persönlichen Gesprächs erklären werde.


Zum Ende geht die Traumaverarbeitung meist mit der Phase der Trauer und Neuorientierung einher. Mit Hilfe der neu gewonnenen Stärken wird das Erlebte akzeptiert, und man kann sich nun neuen positiven Lebensperspektiven hingeben.